Ein ordentlicher „Sternenkieker“ lässt sich durch ein paar Wolken nicht davon abbringen,

den Berliner Nachthimmel nach Planeten und Deep-Sky Objekte abzusuchen. Am letzten Donnerstag nahmen wir zum ersten Mal an der traditionellen „Nacht auf der Sternwarte“ teil. Dazu fuhren wir nach Berlin-Treptow und besuchten die älteste und größte Volkssternwarte Deutschlands, die schon 1896 erbaut und 1946 nach dem Astronomen Friedrich Simon Archenhold benannt wurde.  Innerhalb des Gebäudes befinden sich viele historische astronomische und geographisch-technische Ausstellungsstücke, die uns schon vor der eigentlichen Veranstaltung fesselten. Nach Einbruch der Dunkelheit begaben wir uns in das größere der beiden Observatorien mit dem großen 500-mm Spiegelteleskop und konnten unter Anleitung den Himmel erforschen. Zum Glück ließ die einsetzende Bewölkung ein paar freie Stellen am Himmel übrig, durch die man ins All spähen konnte. Für fast alle von uns war es das erste Mal, dass wir die Ringe des Saturns eindeutig erkannten. Besonders fasziniert waren wir aber auch von der mechanischen Holz-Metall Konstruktion des großen Kuppeldachs, welche auch nach über einem halben Jahrhundert immer noch prima funktionierte, wie wir selbst per Handkurbel ausprobieren durften. Später am Abend erkundeten wir noch im Garten der Sternwarte selbst mit mobilen Teleskopen das Universum und erfuhren so einiges über die Grundlagen und Möglichkeiten der Radioteleskopie. Der lange Abend endete im kleinen Planetarium mit einem Vortrag zum aktuellen Sternenhimmel über Berlin und einigen interessanten Hintergründen zu galaktischen Nebeln und der Konstellation von Sternenbildern. Wir waren froh, einen der letzten Spätsommerabende des Jahres für diese schöne Exkursion nutzen zu können und freuen uns schon auf die nächste Veranstaltung.