Am 27. Januar begeht Deutschland den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Dieser Gedenktag bezieht sich auf den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Jahre 1945.

Genau 81 Jahre später begrüßte das Gymnasium Villa Elisabeth die Politikwissenschaftlerin Katrin Himmler als Gast zu einem Referat mit anschließender Diskussion, an dem die Schüler und Schülerinnen unserer Klassenstufen 10 bis 12 teilnahmen.

Katrin Himmler ist die Großnichte Heinrich Himmlers, einem der engsten Vertrauten Adolf Hitlers und einem der Hauptverantwortlichen für den Holocaust. Sie hat es sich seit vielen Jahren zu einer ihrer Aufgaben gemacht, in Vorträgen an Schulen und Universitäten ihre Familiengeschichte kritisch aufzuarbeiten. So erfuhren wir in ihrem Referat viele interessante Fakten, Hintergründe und Denkanstöße über die Zeit des Vorabends zum Nationalsozialismus und wie es möglich war, dass sich völlig normale, kinderliebende und nach familiärer Harmonie strebende Menschen zu NS-Verbrechern entwickeln konnten. Es war besonders bewegend zu hören, welche persönlich aufwühlenden Prozesse die Referentin bei der langwierigen Recherche zu ihrem Großonkel und ihrer Familie bis heute durchlebte. Ihre Aufarbeitung fanden ihren Niederschlag in mehreren Publikationen, wie dem Buch „Die Brüder Himmler“ (2007) und „Himmler privat – Briefe eines Massenmörders“ (2014).

Die zahlreichen, nicht abreißenden allgemeinen und auch fachbezogenen Fragen im Anschluss zeugten von einer äußerst positiven Gesprächsatmosphäre zwischen Frau Himmler und dem Auditorium. Ihre umgängliche Art und die vorbehaltlose Beantwortung auch sehr persönlicher Fragen hinterließen bei uns einen bleibenden Eindruck.

Unser Gymnasium bedankt sich ganz besonders für die informative und bewegende Veranstaltung, wobei uns ganz besonders freut, dass wir am Ende von Frau Himmler ein lobendes Feedback erhielten:

„Häufig ähneln sich die gestellten Fragen, heute aber war ich beeindruckt, wie viele außergewöhnliche Fragen die Schülerinnen gestellt haben, die besonders von emotionaler Reife zeugen. Das zeigt auch, dass sich an dieser Schule mit der Thematik tiefgründig auseinandergesetzt wird. Dies ist in der heutigen Zeit, in der es immer häufiger Tendenzen zum Vergessen der NS-Verbrechen gibt, im Hinblick auf eine humanistische Orientierung unserer Gesellschaft enorm wichtig.“ (Zitat Katrin Himmler 27.01.2026)

Wir wünschen Frau Himmler in ihren zukünftigen Vorträgen und Projekten weiterhin großen Erfolg und hoffen, dass die Veranstaltung für die kommenden Jahrgänge an unserer Schule noch viele Fortsetzungen findet.