Literatur schreibt Geschichte

Historische Ereignisse und literarische Werke – wie bedingen sie einander?
Wie beeinflussten gesellschaftliche Entwicklungen die Arbeit von Dichtern, Philosophen oder Naturwissenschaftlern und welche Wirkung wiederum ging von deren Büchern auf die Menschen ihrer Zeit aus.
Dies am Beispiel der historischen Epoche der Aufklärung zu untersuchen, war Ziel der Geschichtswerkstatt im Deutschen Historischen Museum Berlin, die die Schüler des 11. Schuljahrgangs absolvierten.

In fünf Gruppen wurden anhand verschiedener Ausstellungsobjekte unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte betrachtet und Kurzvorträge vorbereitet, die zum Schluss Grundlage für eine kleine Führung durch den betreffenden Ausstellungsteil waren.
Die Schüler setzten sie sich dabei z. B. mit der These Immanuel Kants „Habe den Mut dich deines Verstandes zu bedienen.“ und deren Auswirkung auf das Verständnis von Staatsbürgerschaft auseinander, lernten neue naturwissenschaftliche Messinstrumente und Methoden kennen und erkannten die Bedeutung der Reiseberichte Alexander von Humboldts. Interessant waren auch die Ansichten zur Kindeserziehung in der damaligen Zeit, verknüpft mit den unterschiedlichen Erwartungen an einen Jungen bzw. ein Mädchen in Bezug auf deren gesellschaftliche Rollen. Literatur und Bildung – ein Privileg des männlichen Geschlechts – eine Gefahr für die Weiblichkeit, Lesen könnte zur Vernachlässigung der Pflichten, sogar zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Frauen führen.

Eine Ergänzung zum Museumsbesuch war die zusätzlich durchgeführte Stadtrallye durch das östliche Berliner Stadtzentrum, bei der es darum ging, Orte aufzusuchen, die noch heute aufzeigen, welche Rolle Berlin in der Zeit der Aufklärung und der Revolution 1848/49 spielte. Und davon gab es zwischen Deutschem Historischen Museum und Mohrenstraße so Einiges zu entdecken.