Auch wenn wir keine Schuld tragen, so ist es wichtig, dass wir uns an all das Schlimme erinnern und daraus lernen…

…deshalb besuchten wir, die 11.Klassen des Gymnasiums Villa Elisabeth, am 11.April 2019 mit unseren Geschichtslehrern das ehemalige KZ-Sachsenhausen in Oranienburg.


Schon bei der Ankunft überkam die Schüler ein kalter Schauer, da man plötzlich in das dunkelste Kapitel Deutschlands eintauchte.

Damit jeder die Gedenkstelle in seinem Tempo ausmachen und eigene Eindrücke bekommen konnte, durften wir den Ort selbst „erkunden“. Dafür bekamen wir Aufgaben, die sich jedoch nicht nur auf Daten, sondern auch auf die Empfindungen sowohl von den damaligen Gefangenen als auch von uns konzentrierten.
Mit einem beklemmenden Gefühl liefen wir dann den Weg entlang, den auch die Häftlinge entlang laufen mussten.
Ein kleines Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ eröffnete sich uns, und ehe wir uns versahen traten wir in eine “Welt“ ein, die so grausam war, dass sie viele gerne vergessen möchten.
Vor uns lag ein riesiges Gelände, eine Art „Stadt in der Stadt“, welche umgeben war von hohen Mauern und Baracken.
Wir begannen unsere traurige Reise der Vergangenheit bei den Baracken, die von jüdischen Häftlingen „bewohnt“ wurden. Viele Besucher drängten sich aneinander, wodurch man verstärkt einen Eindruck der damaligen Lage bekam.
Wie die Menschen im KZ „lebten“, wie sie erniedrigt wurden und wie grausam die hygienischen Bedingungen waren, wurde uns durch viele Bilder, kleine Artikel oder auch Berichte näher gebracht. Bedächtigen Schrittes gingen wir von den Baracken zum Zellenbau, in dem vor allem berühmte Häftlinge festgehalten und unter brutalen Bedingungen verhört und ermordet wurden.
Doch nicht nur in den Baracken herrschte Brutalität, Folter und Demütigung. So mussten die Häftlinge z.B. stundenlang bei Eis und Schnee auf dem Appellplatz stehen oder auf der sogenannten „Schuhprüfstrecke“ mit schwerem Gepäck viele Kilometer marschieren, um die Materialien zu testen. Läuft man diese Strecke entlang, so kommt man unter anderem zur Station „Z“, welche den Schülern besonders im Gedächtnis blieb, denn hier wurde das Massenmorden ausgeführt. Viele Hunderte Häftlinge mussten hier grausam sterben.
Nachdem wir noch andere Stationen, wie zum Beispiel die „Krankenhäuser“, besucht hatten, wo auch moralisch verwerfliche Menschenversuche durchgeführt wurden, endete unsere Konfrontation mit der Vergangenheit auf dem Gedenk-Friedhof, auf dem viele Länder wie Norwegen oder Polen Grabmale zur Erinnerung aufgestellt hatten.

Jeder von uns war erleichtert und konnte ein Stückchen aufatmen, als wir die Tore des Schreckens hinter uns ließen. Doch auch wenn wir das Geschehene nicht rückgängig machen können, so ist es die Pflicht der jungen Generationen, dafür zu sorgen, dass so etwas Furchtbares und Verwerfliches nie wieder geschieht, und das tut man am besten, indem man die Orte besucht, wo die Grausamkeiten stattfanden und die Opfer Gesichter haben.

[ Amelie B. & Mercedes O. ]