Rezension des Theaterabends

Eine Frau für jede Laune

„Goethe und die Frauen“ in Weimar inszeniert von Michael Kliefert.

Das Stück wird im wunderschönen kleinen „Theater im Gewölbe“ in Weimar aufgeführt. Die Bühne ist sehr klein, an der Seite ein Klavier. Als die zwei einzigen Schauspielerinnen, Heike Meyer und Ute Wiekhorst, die Bühne betreten, empfand ich, als würden sie mich verzaubern und in die Vergangenheit zurück versetzen. Sie  tragen Kleider, die perfekt in die damalige Zeit passen und ihre Haare sind hochgesteckt.

Die Inszenierung stellt die Verbindungen zwischen Goethe und fünf ganz unterschiedlichen  Frauen dar. Als Weimarer Bürgerinnen tratschen sie über Goethe und seine unglaublichen Verhältnisse zu den Frauen. Während dieser Unterhaltung lernen wir Goethe und seine Frauen kennen. Es ist beeindruckend, wie problemlos die beiden Schauspielerinnen in die unterschiedlichsten Charaktere eintauchen. Die Mimik ist erstaunlich. In den Gesichtern sind die verschiedenen Emotionen sehr gut zu erkennen.

Als erstes tritt die verwitwete Anna Amalia auf. Sie setzt sich ans Klavier und als sie spielt, verändert sich das Licht in ein dunkles Blau. Goethe wurde von Anna Amalia an den Weimarer Hof geholt, um ihren Sohn, den Prinzen Karl August, zu erziehen. Dann kommt Charlotte von Stein, mit der Goethe Briefe austauschte. Es wird spekuliert, dass es sich dabei um Liebesbriefe handelt. Schließlich sehen wir Christiane Vulpius, mit der Goethe einen gemeinsamen Sohn hatte und unverheiratet zusammenlebte. Erst als Christiane die französische Armee aus dem gemeinsamen Haus vertrieb, heiratete Goethe Christiane. Nebenbei tauchen Luise von Göchhausen und Johanna Schopenhauer auf.  Bei Johanna Schopenhauer war Goethe häufig Gast. Luise von Göchhausen war die Hofdame von Anna Amalia und bewohnte das Wittumspalais, sie verehrte Goethe. Heike Meyer und Ute Wieckhorst halten Blickkontakt zum Publikum, immer wieder tauchen Zitate auf, unter anderem aus Goethes „Faust“ oder von Shakespeare. Ein Zitat, was ich sehr schön fand, lautete: “Schönheit liegt im Auge des Betrachters“.

Das Theaterstück war amüsant, aber auch nachdenklich. Auch das Publikum – bestehend aus Schülern und älteren Zuschauern – hatte Spaß an dem Stück. Es gab immer wieder Szenenapplaus.

C. H. (10a)

Bild-Quelle: https://www.landeswelle.de/veranstaltung/goethe-und-die-frauen-2018-03-06-20-00, 03.04.2018