„Immer der Nase nach – Destillation von Duftstoffen!“

 

Es soll einer der schönsten Kurse aus dem Chemiebereich des Gläsernen Labors in Berlin-Buch sein. Das wurde uns gleich zu Beginn mitgeteilt. Ein Kurs, bei dem man sich – anders als meist in einem Chemielabor – auf wohlriechende Stoffe freuen darf. Diese Ankündigung war, wie wir feststellen durften, nicht übertrieben.

 

 

Zu Beginn wurde in einer kurzen theoretischen Einführung in das Thema gemeinsam besprochen, warum es Gerüche gibt, warum sie wichtig sind und wie das Riechen funktioniert. Dann folgten drei Praxisteile. Im ersten Versuchsteil wurden ätherische Öle aus Naturmaterialien gewonnen. Dazu wurde die Trennmethode der alkoholischen Extraktion zur Gewinnung von Duftstoffen aus Zitrusfrüchten angewandt, auch verschiedene Arten von Wasserdampfdestillationen mit Zimtstangen, Lavendelblüten sowie Pfefferminzblättern wurden durchgeführt und schließlich die Enfleurage als schonendes Verfahren zur Gewinnung von Duftstoffen aus Rosenblüten vorgestellt.

 

 

Im zweiten Versuchsteil erfolgte die künstliche Herstellung von Aromen durch Veresterungsreaktionen. Je nach eingesetztem Alkohol und verwendeter Carbonsäure wurden unterschiedliche Ester synthetisiert und anschließend Geruchsproben genommen. Die identifizierten Gerüche reichten von Nagellack- bis Bonbonduft. Im dritten und letzten Versuchsteil wurden schließlich mithilfe der anfangs gewonnenen Duftöle über das Kaltrührverfahren Duftseifen mit einer von jedem selbst gewählten Duftkomposition hergestellt. Da die Seifen jedoch bei dieser Herstellungsmethode noch Reifezeit benötigen, müssen wir uns in Geduld üben und werden wir sie erst nach sechs bis acht Wochen testen können. Es wird jedoch sicher eine schöne Erinnerung an einen rundum gelungenen Praktikumstag sein.