18. März 2015

Der Sturm

Der Sturm

„Der Sturm” über Wildau?

Leser dieser Überschrift werden sich wundern. Wann bitte gab es den letzten Sturm in Wildau? Keinesfalls handelt sich es sich im Folgenden um ein Wetterereignis. Vielmehr ist die Rede von einem Theatererlebnis der besonderen Art.
Am 18.März 2015 trafen sich Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Villa Elisabeth mit ihren Eltern, Verwandten, Bekannten und Lehrern im Seniorenheim Wildau, um der Theateraufführung „Der Sturm“ beizuwohnen.
In ihrer Begrüßung betonte die Schulleiterin, Frau Dr. von Platen, die Tradition solcher schauspielerischer Highlights in jedem Schuljahr. Nach Faust oder auch einer musikalisch-spielerischen Revue über die 1920er Jahre und vielen anderen guten Stücken entschieden sich die Nachwuchsschauspieler mit ihren Deutschlehrerinnen in diesem Jahr für „Der Sturm“ von William Shakespeare.
Und dann ging es schon sehr schnell zur Sache, in dem der Zuschauer mit dem besagten William Shakespeare bekannt gemacht wurde. Ja genau, der Shakespeare, welcher der CDU beigetreten war. Nein halt! Entschuldigt, aber unser toller Schüler Hannes Löhmann (11a) vertraut, entgegen der Empfehlung der Lehrer auch Bücher zu nutzen, einfach zu sehr Wikipedia und ganz so kompetent im Präsentieren schien er auch nicht zu sein. Gott sein Dank konnte Shakespeare (Josephine Obrikatis (8a) uns etwas über sich, sein Leben und sein Werk sagen.
Das Stück „Der Sturm“ jedenfalls handelt von dem rechtmäßigen Herzog von Mailand, namens Prospero (Nico Schulz (12c), der mit seiner Tochter Miranda (Oriana Pauen (11a) auf eine einsame Insel vertrieben worden war. Und das wohlgemerkt von seinem eigenen Bruder Antonio (Nils Conrad (8a). Gut okay… Natürlich hat er dies nicht allein geschafft. Er hatte Hilfe. Ihm kam zu Gute, dass Prospero sich nur noch der Zauberei widmete und außerdem half ihm Alonsa, Königin von Neapel (Gioia Zimmermann (8a).
Nach 15 langen Jahren auf der Insel zaubert Prospero einen gewaltigen Sturm, der das Schiff, mit dem seine engsten Feinde auf See unterwegs waren, auf der Insel stranden lässt. Dafür, dass alle Schiffsinsassen überleben und das Schiff nirgends beschädigt wird, sorgen die drei Luftgeister Ariel (Kassandra Ortmann (10a), Franziska Schröder (10c), Judith Schmidt (11a).
Die Bootsgemeinschaft wird getrennt. Jeder denkt, alle anderen seien tot. So zieht Alonsas Sohn Ferdinand (Friedrich Merz (11b) alleine los. Er trifft auf Prospero und dessen Tochter Miranda und verliebt sich in sie.
Auch Königin Alonsa ist auf der Insel. Natürlich nicht allein. Sie wird von ihrem zweiten Sohn Sebastian (Tobias Krumbacher (11a), Antonio und dem edlen Ratsherren Gonsalo (Tamino Gerth (9b) begleitet.
Auch der Hofnarr Trinculo (Paul Liebau (9a) und der Kellermeister Stephano (Janik Haase (11b) streifen durch die Wälder der Insel. Beide sind außerordentlich stark betrunken. Ganz herausragend, wie es beiden gelingt, diesen Zustand, den so mancher Erwachsener aus eigener Erfahrung kennt, zu spielen. Wie sollte es auch anders sein, treffen die beiden auf den wilden Sklaven Caliban (Nicolas Pooch (11a). Er diente Prospero. Zwar mehr schlecht als recht und immer nur unter Androhung schlimmster Schmerzen, aber immerhin diente er ihm und war Prosperos einziger Untertan. Caliban aber hatte die Nase gestrichen voll von Prospero und wollte Stephano dazu bewegen, ihn umzubringen, damit er dann Herrscher der Insel und Meister Calibans sein konnte. Aber die drei Luftgeister Ariel verhinderten jeglichen Angriff auf Prospero.
Wie es bei Shakespeare eben häufig in seiner Dichtung war, gab es natürlich auch ein Happy End. Alle trafen sich vor der Hütte Prosperos. Unversehrt und ohne Kämpfe wurde diskutiert. Prospero bekam die Krone und Mailand von seinem Bruder zurück, er zerbrach seinen Zauberstab und warf sein Zauberbuch in die See. Zusammen beschlossen sie, Alonsa und ihre Kinder zurück nach Neapel zu bringen. Auch die Hochzeit von Ferdinand und Miranda sollte in Neapel gefeiert werden. Gemeinsam versteht sich! Somit waren am Ende alle glücklich.
Insgesamt kann man sagen, dass es wieder eine herausragende Schauspielleistung der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Villa Elisabeth war. Belohnt wurden sie mit minutenlangem Beifall für ihre mehrmonatige Probenarbeit. Hierzu trugen auch maßgeblich die Deutschlehrerinnen Frau Schmors und Frau Marchandt bei, die engagiert nicht nur jede Szene immer wieder übten, sondern sich um das Licht, die Requisiten, die Musik, die Programme und die Eintrittskarten kümmerten.
Bleibt abschließend dem Theaterensemble des Gymnasiums Villa Elisabeth nur zu wünschen, dass sie in den kommenden Wochen Gelegenheit erhalten, ihren „Sturm“ auch außerhalb von Wildau zu präsentieren.

Ashley Nötzel, (Klasse 10b, Gymnasium Villa Elisabeth)