12. März 2014

Plakat„Die Oliven gedeihn, der Krieg ist vorbei.“ So endete die diesjährige Theateraufführung des Gymnasiums Villa Elisabeth. Nach Schillers „Kabale und Liebe“, Goethes „Faust“ und einer selbst zusammengestellten Revue der 20er Jahre luden die Schülerinnen und Schüler am 12. März zur Premiere der Komödie „Der Frieden“ von Aristophanes.

In seinem Stück thematisiert Aristophanes den schon zehn Jahre andauernden Krieg zwischen Athen, Megara, Sparta und Korinth, dessen Ende nicht abzusehen ist. Er lässt in seiner Komödie den attischen Weinbauern Trygaios auf einem riesigen Mistkäfer in den Himmel fliegen, um auf eigene Faust von Zeus den Frieden zu holen und den Krieg beenden zu können.

Eine Komödie über den Krieg? Darf man darüber lachen? Die Darsteller bewiesen eindeutig einen souveränen Umgang mit der Ernsthaftigkeit dieser Thematik, aber trafen auch den Humor des Publikums. Der Vorhang ging auf und alle Nervosität schien vergessen. Mit Spaß und viel Freude am Theaterspielen begeisterten die Darsteller das Publikum. So überzeugte z.B. Nicholas Pooch (10a) in der Rolle des Trygaios, Hermes gespielt von Nico Schulz (11c) sorgte für einige Lacher mit seiner Vorliebe für ein göttliches Gebräu und Robin Holzkämper (10b) als der Krieg verdeutlichte die Grausamkeit eines jeden Krieges durch eine besondere Rezeptur für einen Menschen- und Städtebrei. Gerade zu Anfang der Aufführung hatte das Publikum durch die Art der Inszenierung den Eindruck, selbst Teil des Stückes zu sein. Alle Schauspieler brillierten vor allem durch ihr Engagement, neben der Schule ein solches Theaterstück auf die Beine zu stellen.

Die Aktualität des ca. 2.500 Jahre alten Stücks wurde besonders betont durch eine gelungene Mischung aus traditionellen und modernen Elementen. Diese bildeten eine ganz eigene Interpretation der Komödie, was vom Publikum mit tosendem Applaus belohnt wurde. Als gelungenen Abschluss des Abends wurde der Frieden mit „Shalom chaverim“ besungen und man kann sich nur auf viele weitere solcher toll inszenierten Theateraufführungen dieser engagierten Schüler freuen. Fraglich bleibt allerdings noch, wo die nächste Aufführung stattfinden wird, denn der Saal im Seniorenheim Wildau wird der Theatergruppe nicht mehr zur Verfügung stehen.
Das Versprechen des Trygaios „Wir tuns ja doch nie mehr. Wir haben uns gebessert“ hielten die Griechen im Übrigen nicht und es folgten bis in die heutige Zeit noch viele weitere Kriege.

Julia Beier, 12. Klasse